In der Frühzeit, bis zum 12. Jahrhundert richtete sich die Auswahl der Gewänder vor allem nach deren Wert. Für hohe Feste verwendete man dementsprechend kostbare Gewänder. Erst später begann man, sich auch nach der Symbolik der Farben zu orientieren.
In der mittelalterlichen Kirche waren die Riten der Messfeier lokal geregelt, entsprechend gab es auch unterschiedliche Anordnungen, was die an Festen jeweils zu tragende Farbe betraf. Auch die Symbolik der Farben wurde unterschiedlich gedeutet, im germanischen Raum galt etwa meist Rot anstatt Weiß als Festfarbe.
Nach dem Erlass des Römischen Messbuchs von 1570 im Zuge des Konzils von Trient setzte jedoch mehr und mehr eine Vereinheitlichung der Liturgie zugunsten des römischen Ritus ein. Auch die liturgischen Farben wurden dem angepasst, örtlich blieb es aber noch über diese Zeit hinaus bei der Beibehaltung des originären Farbenkanons.
Seit 1965 kennt unsere Kirche nur noch vier liturgische Farben für die Stolen und Gewänder (Kasel bei Zelebranten, Dalmatik bei Diakonen).